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Woher kommt Judo?
Der junge Jigoro Kano besuchte
1877 die kaiserliche Universität in Tokio. Er war von
kleiner Gestalt und deswegen den Tyranneien seiner Kameraden
ausgesetzt. Um sich wehren zu können, beschloss er, bei
einem alten Meister Jiu Jitsu zu lernen. Er beschränkte sich
jedoch nicht darauf, bei einem Meister zu lernen, sondern
ließ sich von verschiedenen Selbstverteidigungsexperten
unterrichten. Ihm fiel auf, dass diese immer für den
Kriegsfall übten, wobei gefährliche, ja sogar tödliche
Techniken unterrichtet wurden. Es missfiel Kano sehr, dass
diese Kunst so gefährlich war. Da er aber ihren hohen Wert
für eine gute Körperbildung erkannte, entschloss er sich,
eine eigene Schule zu gründen. So entstand 1882 in Tokio der
Kodokan ("Schule zum Studium des Weges"), in der Kano sein
eigenes System unterrichtete. Aus diesem hatte er alle
gefährlichen Techniken verbannt und nannte es Judo ("sanfter
Weg"). Es basiert auf dem Jiu Jitsu, was soviel wie "sanfte
Kunst" bedeutet. Sanft vor allem deshalb, weil das "Prinzip
des Nachgebens" sein Hauptmerkmal darstellt
Entwicklung des Judosports
in Deutschland.
Durch verschiedene
militärische Ereignisse in Asien (Boxeraufstand in China
1894-1901 und den russisch-japanischen Krieg 1904-1905)
tauchen in der europäischen Presse erstmals Berichte über
gefährliche asiatische Nahkampftechniken auf, die dort auch
als Sportarten gelehrt werden. Auf Londoner Varietebühnen
und im Zirkus führen japanische Sportler im Jahr 1901
erstmals diese Sportarten in Europa vor. Als 1906 Kaiser
Wilhelm II diese Nahkampftechniken vorgeführt werden, gibt
er Anweisung, einen Jiu Jitsu-Lehrer zu engagieren.
Daraufhin kommt der Japaner Agitaro Ono nach Deutschland und
gibt Unterricht in der Militärturnanstalt Berlin und in der
Hauptkadettenanstalt Lichterfelde. Etwa zur gleichen Zeit
kommen vier japanische Lehrer nach Deutschland, deren
bedeutenster Schüler, Erich Rahn, in Berlin die erste
deutsche Jiu Jitsu-Schule gründet, in der die Berliner
Polizei ab 1910 ihre Beamten ausbilden lässt. 1922 wird von
Alfred Rohde in Frankfurt/M. der "1.deutsche Jiu Jitsu Club"
gegründet, und noch im selben Jahr finden im Berliner
Sportpalast die ersten Professionalmeisterschaften im Jiu
Jitsu statt. Zwei Jahre später wird dann der "Reichsverband
für Jiu Jitsu" gegründet. Die erste internationale
Meisterschaft zwischen dem Budokwai London, dem 1. deutschen
Jiu Jitsu Club Frankfurt und dem Jiu Jitsu Club 1922
Wiesbaden finden 1929 im großen Saal des Frankfurter
Palmengartens statt. Diese Begegnung war von großer
Wichtigkeit, da die deutschen Judoka erstmals mit dem
Begriff "Judo" in Theorie und Praxis vertraut gemacht
werden. Hier wird festgestellt, dass zwischen dem in
Deutschland praktizierten Jiu Jitsu und dem japanischen Judo
erhebliche Unterschiede bestehen. Aus diesem Grund setzt
sich Alfred Rohde schriftlich mit dem Gründer des Kodokans
in Tokio, Prof. Jigoro Kano, in Verbindung und teilt ihm
mit, dass er beabsichtige die Technik des europäischen Judo
durch die Schaffung einer jährlich stattfindenden
Judo-Sommerschule zu fördern und bat ihn, seine Grundsätze
und Gedanken über Judo schriftlich darzulegen. Prof. Kano
sendet ihm daraufhin einen Beitrag über die Grundzüge des
Judo, in dessen Sinne dann 1932 von Alfred Rohde die erste
Judo-Sommerschule abgehalten wird. 1933 wird dann der
gesamte deutsche Judosport unter der Sparte "Judo" in das
Fachamt Schwerathletik des deutschen Reichsbundes für
Leibesübungen eingegliedert. Ein Jahr später finden die
ersten europäischen Judo-Einzelmeisterschaften statt .
Während des 2.Weltkrieges herrschen kriegsbedingte Zustände
im deutschen Judosport, und nach Kriegsende wird die
Kampfsportart Judo durch die alliierten Besatzungsmächte
sogar ganz verboten. Als dieses Verbot 1948 aufgehoben wird,
beginnt die Aufbauarbeit zunächst innerhalb des deutschen
Athletenbundes (DAB) bis zur Gründung des deutschen
Judobundes (DJB) 1953. Als 1964 Judo olympische Disziplin
wird, gibt es noch keine Bundesliga, sie startet erst 1969.
Und erst 1970 wird in einer Jahreshauptversammlung des DJB
das Verbot von Frauen-Judowettkämpfen aufgehoben.
Gürtelgrade im Judo
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Schülergrade |
9. Kyu |
weiß |
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8. Kyu |
weiß-gelb |
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7. Kyu |
gelb |
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6. Kyu |
gelb-orange |
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5. Kyu |
orange |
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4. Kyu |
orange-grün |
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3. Kyu |
grün |
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2. Kyu |
blau |
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1. Kyu |
braun |
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Meistergrade |
1. Dan (Sho-Dan) |
schwarz |
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2. Dan (Ni-Dan) |
schwarz |
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3. Dan (San-Dan) |
schwarz |
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4. Dan (Yo-Dan) |
schwarz |
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5. Dan (Go-Dan) |
schwarz |
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6. Dan (Roku-Dan) |
rot-weiß |
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7. Dan (Shichi-Dan) |
rot-weiß |
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8. Dan (Hachi-Dan) |
rot-weiß |
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9. Dan (Ku-Dan) |
rot |
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10. Dan (Ju-Dan) |
rot |
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11. Dan (Juichi-Dan) |
rot |
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12. Dan (Juni-Dan) |
weiß |
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Der höchste Gürtel ist der
12. Dan. Er hat wieder die weiße Farbe, ist aber doppelt so
breit wie ein normaler Gürtel. Es gibt bislang nur einen
Menschen, der diesen Gurt getragen hat: Jigoro Kano, der
Begründer des Judo.
Das Training
Judo ist im weiten Sinne ein
Studium und eine Übungsmethode für Geist und Körper wie auch
für die Vorschriften des Lebens und Geschäfts", so drückt
sich Prof. Jigoro Kano, der Gründer des Judo aus. In keiner
anderen Sportart findet man eine solche starke Verschmelzung
von Körper und Geist wie im Judo. Mit seiner Aussage stellt
Kano eine sehr große Anforderung an das Training und seine
Gestaltung.
In vielen Ländern versucht man ein geeignetes Training zu
finden, das den genannten Anforderungen gerecht werden soll.
Der internationale Erfolg der deutschen Judoka beweist, dass
das Judo bei uns eine fachgerechte Anwendung gefunden haben
muss.
Auch in der Krofdorf-Gleiberger Judo-Sparte bemühen sich die
Übungsleiter eine Verbindung zwischen Sport und Gesellschaft
zu schaffen. Die beiden großen Trainingsgruppen (Erwachsene
und Kinder) will man nicht nur den reinen Sport vermitteln.
Kameradschaft und die Identifikation mit der Judogruppe
kommen noch dazu. Das gegenseitige Helfen und die
Rücksichtnahme auch im privaten Bereich finden bei ihnen
schon seit Jahren ihre Anwendung. Das diese Ansprüche
keineswegs zu hoch sind, beweisen die steigenden
Mitgliederzahlen bei beiden Gruppen.
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